Erklärfilm-der Trend zur Komplexitätsreduktion

Der Erklärfilm oder das Erklärvideo haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt und damit den Sprechern neue Arbeitsfelder eröffnet. Bei allen Erklärvideos geht es darum, komplexe Inhalte auf möglichst einfache Weise gut verständlich darzustellen. Wenn Firmen oder Organisationen ihrre Produkte oder Dienstleistungen niedrigschwellig an die Konsumenten vermitteln, wird dies auch „customer education“ genannt. Im Englischen heißt der Erklärfilm: Explainer video. Die meisten Erklärfilme arbeiten dabei mit einem Sprecher. Die Videos sind in der Regel 1-3 Minuten lang. Damit können sie eine Thema keinesfalls erschöpfend behandeln- das ist auch nicht Ziel der Erklärvideos. Vielmehr wird ein umfassender Überblick der relevantesten Gesichtspunkte zu einem Thema gegeben. Häufig bedient man sich des Storytelling. Nicht selten beginnen Erklärfilme damit, eine Person einzuführen, die sich einem komplexen Thema gegenüber sieht „Das ist Klaus. Klaus hat letztes Jahr geheiratet und nun beim Finanzamt das Ehegattensplitting beantragt. Doch- was ist das überhaupt?“ Auf die Fragestellung erklärt der Sprecher die Vor-und Nachteile des Ehegattensplittings und endet meist mit einer positiven Verstärkung: „Klaus ist glücklich, denn er spart viel Geld."
Das Erklärvideo boomte womöglich aus zwei Gründen: Zum einen, weil der Wunsch entstand, in einer komplexer werdenden Welt die Dinge einfacher zu erklären. Zum anderen, weil das Drehen eines Erklärfilms kostengünstiger ist als das von Realfilm- allerdings gibt es je nach Genre des Erklärvideos einen unterschiedlichen Aufwand.

Die Sprechstile im Erklärfilm

Whiteboard- Technik: Die meisten Sprecher dürften diese Form des Erklärfilms kennen. Auf eine weiße Tafel werden von Hand Figuren und Gegenstände gemalt, das Ganze gefilmt, und anschliessend vom Sprecher kommentiert.

Beim Legetrick -Video werden Figuren vorher auf Papier gezeichnet, und vor der Kamera ins Bild und wieder hinausgeschoben. Neben dem Sprecher kommenden illustrierende Soundeffekte und symbolische, fast plakative Zeichnungen zum Einsatz, wie zum Beispiel die Glühbirne für eine gute Idee.

Der Piktogramm-Stil arbeitet überwiegend mit statischen Symbolen.

Der Flat-Stil wirkt zweidimensional, ist farbig, und hat nur wenige Animationen.

Beim Comic-Stil dominieren überzeichnete Figuren und comicartige Effekte. Für den Sprecher ändert sich mit diesem Erklärfilm-Stil ebenfalls etwas: Der Text wird sehr viel melodischer, unterhaltender- eben comichaft gesprochen. Darunter kann unter Umständen die Seriosität leiden. Der Comic-Stil passt nicht zu jedem Thema und Unternehmen. Für den Sprecher gilt es, den Stil des Erklärfilms zu erkennen . Ein Legetechnik-Film soll vielleicht eher wirken, als sei alles ganz einfach- auch im Sprechstil. Ein medizinischer Piktogramm- Film erfordert  einen seriösen Sprecher. während ein Comic-Film ein gewisses Maß an Verrücktheit verträgt. Indizien für den Sprecher sind das Script, die ersten „Scribbles“ (Zeichnungen der Szenen) und natürlich das obligatorische Briefing mit der Agentur.

In den allermeisten Fällen haben Erklärfilme auch eine Verkaufsabsicht. Eine Versicherung erklärt nicht ohne Himtergedanken, was eine Zahn-Zusatzversicherung ist. Daher gilt das Erklärvideo in der Regel als Werbefilm und wird vom Sprecher auch so berechnet. How-To Videos erklären konkrete Handlungen wie das Knüpfen eines bestimmten Knotens und bilden damit wieder eine Sonderform für den Sprecher, die den Film weg vom Werbevideo und hin zum didaktischen E-learning rückt. Mehr Informationen über den Erklärfilm -Sprecher Christian Büsen, einschließlich Referenzen und Erklärfilm-Demos, finden Sie auf der Hauptseite.