Sprecher Preise  verstehen

 
Die Preise der Sprecher sind nicht einheitlich geregelt- das mag für manche Kunden verwirrend sein. Aber es gibt Anhaltspunkte, wie die Preisliste des Sprecherverbands vds an dessen Sprecherpreisen sich Sprecher; Tonstudios und Auftraggeber orientieren können. Wichtig zu wissen ist, dass die professionellen Sprecher ihre Sprachaufnahmen nicht nach Zeitaufwand abrechnen, sondern die Nutzung eine Rolle spielt. Dies sei an einem Beispiel verdeutlicht. Ein TV-Spot für eine der größten deutschen Brauereien läuft 5 Jahre lang im Fernsehen . Der Sprecher gibt der Kampagne den Charakter, seine Stimme wurde unter vielen speziell ausgesucht. Die Schaltung der Kampagne kostet über die Jahre den Gegenwert eines Einfamilienhauses. Durch die hohe Reichweite des Spots hat die Brauerei ihren Absatz vervielfacht . Das Einsprechen des Spots hat- dank der Erfahrung des professionellen Sprechers- etwa eine halbe Stunde gedauert. So könnte man auf die Idee kommen, mit einem halben Stundensatz von- wir wollen großzügig sein- EUR 75 müsste der Sprecher doch eigentlich zufrieden sein. Warum sind die Preise von Profisprechern höher? Wenn Sie bedenken, dass der Sprecher  mit seiner Stimme jahrelang ein Produkt bewirbt, es bekannt macht, wird schnell deutlich, warum so nicht gerechnet werden kann. Ein Profisprecher wird pro Jahr, in dem der Spot geschaltet wird, um die EUR 600 berechnen. In dem Preis enthalten ist neben der Sprachaufnahme, dem sogenannten Layout, die Verwertung für ein Jahr. Verglichen mit den Produktionskosten und den Schaltungskosten, und kompensiert mit der Absatzsteigerung, die hoffentlich weit über den Werbekosten liegt, ist das ein sehr geringer Prozentsatz und die Beteiligung am Werbeerfolg der Brauerei fair.

Übrigens: Für 75 EUR lässt sich bereits ein Sprecher buchen: Das ist nämlich die Sprechergage für einen Hörfunkspot im lokalen Rundfunk. Sie sehen, ein Sprecher berechnet immer das, was die Verwertung der Sprachaufnahme wert ist und wie viele Menschen sie zu hören bekommen. Eigentlich ein faires und logisches Prinzip.

Sprecherkosten berechnen

 

Die Kosten für ein E-learning werden  nicht nach jährlicher Nutzung berechnet. Das E-learning wird womöglich nur intern verwendet, einem sehr kleinen Nutzerkreis vorgestellt und hat zwar den Sinn, Arbeitsabläufe zu verbessern, aber es wirbt nicht für ein Produkt. Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland wird von seiner Existenz nie erfahren. In so einem Fall berechnet der Sprecher sein Honorar einmalig. Es handelt sich hier um ein Buyout. Die Rechte sind zeitlich unbegrenzt. Dies ist auch  bei Hörbüchern, Messefilmen, Imagefilmen. Produktfilmen  und Tutorials so.  Nehmen wir einen Imagefilm einer Firma von 1 Minute. Der vom Sprecher angesetzte Preis wird einmalig bezahlt, und der Imagefilm kann dafür für immer auf der Firmenwebseite gezeigt werden. Sollte die Werbeabteilung aber entscheiden, den selben Film nicht mehr direkt bei Youtube einzubetten, sondern  anderen Filmen als Preroll-Film vorzuschalten- dann handelt es sich wieder um einen Werbespot und es fällt ein jährlicher Preis für die Verwertung an. Nun berechen manche Agenturen die Sprecherkosten nach der tatsächlichen Anzahl der Schaltungen, andere gehen pauschal nach Jahren und Verbreitung (Deutschland, Österreich. Schweiz)

Hörbücher werden nach Anzahl der Aufnahmetage oder fertig editierten Minuten abgerechnet. Letzteres ist eigentlich fair, denn schließlich sollte der Auftraggeber nicht mehr bezahlen müssen, nur weil der Sprecher sich ständig versprochen hat. Ein versierter Sprecher kommt gut vorbereitet zur Aufnahme und spart auch bei der Postproduktion Kosten, da wenig geschnitten  werden muss. Auch dies sollte in die Preiskalkulation und ihre Bewertung einbezogen werden.

 Zugegeben. Anfangs mag die Preisliste des Sprecherverbands ein wenig verwirrend sein. Sie deckt eben die Sprechergagen für fast alle denkbaren Verwertungen ab. Und natürlich ist jedes Produkt ein bißchen anders. Eine App z.B. kann ganz unterschiedliche Zielgruppen und Verbreitungen haben. Mancher Erklärfilm ist eher ein Werbefilm und umgekehrt. Das hat immer eine Auswirkung auf die Preise des Sprechers. Wenn Sie mit der Preisliste nicht klarkommen, nehmen Sie Kontakt zum Sprecher auf, und bitten Sie ihn, den Preis für Ihre Sprachaufnahme zu nennen. Dabei sind, wie jetzt deutlich geworden ist, die Länge der Sprachaufnahme und Ihre Verwertung von entscheidender Bedeutung für die Preisgestaltung . Mit diesen Angaben bekommen Sie ein Sprecherhonorar, bei dem Sie nicht mehr bezahlen, als nötig. Fragen Sie auch nach den eventuellen Kosten für Studio und mögliche spätere Änderungen der Sprachaufnahme. Und vor allem- wählen Sie den Sprecher aus, dessen Stimme am Besten zu Ihrem Projekt passt. Meist machen sich mögliche Mehrkosten bezahlt, wenn der Sprecher richtig ausgewählt wurde.