Wenn Bilder nicht genug sagen

Natürlich kann jeder, der keine gesundheitlichen Einschränkungen hat, sprechen. Wenn es aber darauf ankommt, ein Produkt überzeugend ins rechte Licht zu rücken, greifen die meisten Firmen früher oder später auf einen professionellen Werbesprecher zurück ​. Doch nicht jeder Sprecher wird jeden Text gleich gut umsetzen. Jeder Sprecher hat einen oder mehrere Schwerpunkte, bei denen er sich besonderes zu Hause fühlt. Man kann 4 Genres unterscheiden:
• Das OFF-Sprechen
• Das FLIEßTEXT-Sprechen
• Das Sprechen von ROLLEN
• Das SYNCHRON-Sprechen

Ein Sprecher, der Werbetexte einspricht, ist entweder ein Off-Sprecher, oder er spricht besonders gut Rollentexte. Beim OFF-Sprechen in der Werbung sind, anders als bei Off-Sprechern in Dokumentarfilmen, meist kurze Texte zu sprechen. Slogans oder Claims in Werbespots für TV-Spots, Industriefilme oder Radiowerbung, die ganz ohne bildhafte Unterstützung des Textes auskommen müssen, sind die hauptsächlichen Einsatzgebiete für OFF-Sprecher in der Werbung. In der Regel sind die Texte so kurz, dass sie unzählige Male aufgenommen werden. Am Schluss wird die beste Version zusammengeschnitten. 30 Minuten Aufnahmezeit für 7 Sekunden Text sind keine Seltenheit. In diesem Fall wird der Text natürlich nicht mehr abgelesen, sondern ist längst verinnerlicht. Aber ein Werbesprecher spricht nicht nur kurze Texte von wenigen Sekunden. Auch Imagefilme oder Produktfilme von 5 oder 10 Minuten Länge werden von einem Werbesprecher übernommen. Der Sprecher muss den Inhalt des Textes erfassen, verstehen und auf den Punkt bringen. Der Kunde oder die Agentur hat die Aufgabe, dem Sprecher den für die Kampagne gewünschten Sprechstil näherzubringen. Im Sprechstil gibt es schier unendlich viele Abstufungen. Regieanweisungen können zum Beispiel lauten „bedeutungsvoll, aber nicht zu geheimnisvoll. Also schon mit intimer Stimme. Aber keineswegs flüsternd, Und auch nicht zu erotisch. Eher spannend und eine Erwartung aufbauend- nur auch keinen Thriller daraus machen“. Diese spezifischen Wünsche umzusetzen, ist Aufgabe des professionellen Sprechers.

Profisprecher Christian Büsen gibt Ihrem Werbefilm die passende Stimme

Wie in jedem künstlerischen Beruf ist es zwar gut, Talent zu haben, aber erst eine fundierte Ausbildung und Berufserfahrung sind Garant für gute Arbeit. So ist zum Beispiel ein Studium im Fachbereich Sprechen eine gute Basis für einen Sprecher. Auch Einfühlungsvermögen und Leidenschaft sind gefragt, damit der Sprecher authentisch und kompetent wirkt. Das Nonplusultra ist natürlich Berufserfahrung. So sind eine Tätigkeit in einem Radiosender sowie journalistische Erfahrung hilfreich. Manche Sprecher haben auch ein Schauspielstudium absolviert . Eine breite Palette an Fähigkeiten zeigt an, dass ein Profisprecher flexibel sein und sich schnell auf eine veränderte Situation einstellen kann. Einen guten und professionellen Sprecher erkennt man auch an den Arbeitsproben und Beispielen auf seiner Webseite. Hier kann man oft auch schon im Vorfeld erkennen, ob Stimme und Timbre gefallen und auch zum Produkt passen. Ein Werbesprecher ist kein Fachmann für das Produkt, das er bewerben soll; das muss er auch nicht sein . Dafür ist der Auftraggeber zuständig. Niemand weiß besser Bescheid über das Produkt als er oder der Texter, der sich in das Thema bzw. das Produkt eingearbeitet und den Text verfasst hat. Deshalb ist es wichtig, dass der Auftraggeber oder der Texter, dem Werbesprecher ein gutes Briefing gibt und ihm das Produkt und seine Besonderheiten näher bringt. Dann ist wieder der Werbesprecher gefragt, weil er die Fakten des Briefings verarbeiten und beim Sprechen transportieren muss. Beim Einsprechen des Textes muss er mit seiner Stimme die Kunden animieren, das zu bewerbende Produkt zu kaufen, oder zumindest die Konsumenten mit seiner Stimme und seiner Darbietung/Performance zum Zuhören bewegen. Wenn das gelingt, war es die richtige Entscheidung, diesen Werbesprecher zu buchen. Ein Werbesprecher muss für einen Radio-Spot nicht unbedingt vor Ort sein. In der Regel haben auch freiberufliche Sprecher ein Studio mit Sprecherkabine und der notwendigen technischen Einrichtung. Auch ist, durch Nutzung moderner Kommunikationstechnologie, die Abstimmung zwischen Auftraggeber und Sprecher normalerweise kein Problem. Per Skype, Session link, Telefonregie oder Source Connect kann der Auftraggeber sogar virtuell bei der Aufnahme anwesend sein. Die fertige Aufnahme wird per E-Mail oder upload beim Auftraggeber abgeliefert, der sie dann in aller Ruhe und guter Qualität bei sich im Büro anhören kann. Änderungswünsche oder Kritik sind dann danach über Chat oder Telefon schnell besprochen. Bei TV-Spots ist die Lage etwas anders. Dafür werden die Sprecher gerne ins Aufnahmestudio geholt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Sprecher den Spot vor Augen hat, da es ungleich schwieriger ist, einen Text für bewegte Bilder zu sprechen, wenn ein perfektes Zusammenspiel von Text und Bild gegeben sein muss. Dafür ist auch die Infrastruktur und das Personal eines professionellen Tonstudios absolut hilfreich. Allerdings gibt es mittlerweile auch sehr gute Möglichkeiten, in Hamburg ein Video abzuspielen, welches der Sprecher in Stuttgart sieht , dazu spricht, und seine Stimme wird zum Bild in Hamburg aufgezeichnet. Diese technischen Möglichkeiten machen das Reisen oft überflüssig. Auch ermöglichen sie der Agentur eine bundesweite und damit breitere Auswahl des passenden Werbesprechers. Die Aufnahme eines TV-Spots dauert länger als die Aufnahme eines Radio-Spots. Das ist durch die Synchronisation des gesprochenen Textes mit den bewegten Bildern bedingt. Sowohl beim TV-, als auch beim Radiospot ist Aufwand für die Nachbearbeitung notwendig , um Atempausen und hörbares Atmen herauszuschneiden und somit eventuell auch Sendezeit einzusparen. Außerdem wird der Stimmklang optimiert und mit Equalizer und Kompressor so bearbeitet, dass er sich laut genug von der Musik absetzt und auch gegenüber anderen Programmbestandteilen durchsetzungsfähig ist. Es ist kein Geheimnis, dass die Werbesprecher in Hörfunk wie auch Fernsehen stets lauter klingen, als das eigentliche Programm.